History
Warum keinen zweiten „Dachstuhl“ bauen?
Und nun schwamm ich verirrt, doch weniger ratlos über Brandenburgs Landstraßen, geleitet von mehr unbekannten Kräften, sah die breiten Weiten der Landschaften und die neu erblühenden, sich entwickelnden Ortschaften.
Kannten Sie Mellensee, bevor dort das zweite Knoblauchlokal entstand? Ich nicht! Doch hier fand ich sie, die Idylle mit reger Verkehrsgegend, bezahlbar und in sicherer Entfernung des Erstlings.
Fast unbebaut war es, das gute Stück Land, nicht unberührt, doch wenig missbraucht von alter Sorglosigkeit früherer Zeiten. Im nasskalten Januar 2004, kämpfend gegen Schnee und Frost, später gegen Regen und Wind, wurde er erschaffen, der zweite Dachstuhl. Erst unter widrigsten Witterungsbedingungen, später unter schwierigsten finanziellen Belastungen und letztlich mit dem Zeitdruck, eröffnen zu müssen. Doch gelang es mit vielen heimlichen Kompromissen. Es war der 27. August 2004, als sich mir wohlbekannt und doch fremd mein eigenes fertiges Werk erhob, das meiner nicht mehr bedurfte und sein eigenes Leben hatte. Nun begann hier das Alltagsgeschäft, welches mich zweifellos nicht vermisste. Mühsal und Schweiß der vergangenen Monate, Sorgen und schlaflose Nächte, Leidenschaft, Mut und Optimismus jener Zeit standen losgelöst und vor allem verkleidet mir gegenüber. Das Haus stand und ward wirklich real, Gäste kamen, staunten und verzückten sich in ihrem Gefühl und tauchten ein in ihre Wonnen und meine stillen Hoffnungen. Doch ließ ich mich selbst nicht in die Nutzlosigkeit verbannen, gibt es doch an jeder Stelle Brandherde und andere zu löschende Wunden. Wie sie mich erkennen? Manchmal bin ich der Gärtner und Haushandwerker oder ich zapfe am Tresen. Manchmal helfe ich meinen Kellnern oder Köchen oder ich sitze einfach nur am Tresen und lese...
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